BISS - Bürgerinitiative Stille Schiene Hockenheim eV

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...wartet Hockenheim schon darauf, dass die Bahn ihre vertraglichen Zusagen endlich erfüllt!

AKTUELLES


  

Am 20. September 2018 um 18:30 Uhr findet die diesjährige Mitgliederversammlung der BügerInitiative Stille Schiene Hockenheim e.V. im Stadthallen-Restaurant Rondeau in Hockenheim statt. Schwerpunktthema der Veranstaltung wird sicherlich die gerade ergangene Entscheidung des Eisenbahn-Bundesamts zum Thema "Anpassung Schallschutz in Hockenheim" sein (siehe auch nachfolgende Meldung). Eingeladen zu dieser Veranstaltung sind nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern alle vom wachsenden Bahnlärm betroffenen Bürger/innen.

Das Eisenbahn-Bundesamt hat sich nun doch entschieden, den Planfeststellungsantrag der DB Netz AG zum Thema "Anpassung Schallschutz in Hockenheim" mehr oder weniger einfach durchzuwinken. Vom 18. September bis zum 1. Oktober 2018 wird der Beschluss im Hockenheimer Rathaus offengelegt, so dass alle (nicht nur die betroffenen) Bürger/innen sich selbst ein Bild vom Beschluss machen können. Hier lang zum weiterlesen...

Am 18. Juli hat das Bundeskabinett über den "Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich" beraten. Nicht erst durch die endlosen Verzögerungen beim Berliner Flughafen BER, sondern auch der mittlerweile auf über zehn Jahre angewachsene Rückstand der Deutschen gegenüber der Schweiz und den Niederlanden bei der Realisierung des deutschen Teils der Transversale Rotterdam-Genua sorgen offensichtlich für gewissen Realisierungsdruck, dem nun durch ein schlecht gemachtes und für seinen beabsichtigten Zweck völlig ungeeignetes Gesetz abgeholfen werden soll. Quintessenz: Schmeißt die von unseren Bauprojekten betroffenen Bürger und Kommunen aus den Planungs- und Genehmigungsprozessen wieder raus und alles wird gut! Hier finden Sie mehr zu dem Thema.


Am 9. Juli 2018 berichtete der Mannheimer Morgen in diesem Artikel ganzseitig über die zu erwartende "Knotenstudie Mannheim". Darin kann der geneigte Leser auch lernen, dass Mannheim und somit auch die Gemeinden südlich Mannheims gar mit zwei Knotenstudien bedacht werden: Eine kommt von der Bahn, die andere vom Verkehrsministerium. Beide Studien sollen am Ende zu einer zusammengeführt werden. Zumindest wissen wir nun, warum es keine der beiden Studien bis dato an den Markt geschafft hat. Noch liegt die vor einem Jahr bereits angekündigte Knotenstudie der Bahn bei unter 12 Monaten Verzug. Etwaige Vergleiche mit BER werden wir deshalb erst in vier Monaten anstellen. Wir empfehlen übrigens, das in dem Artikel verwendete Zahlenwerk mit größter Vorsicht zu genießen. Würden die Zahlen so wie dort geschrieben stimmen, müssten wir zwischen Schwetzingen und Hockenheim irgendwo eines schwarzes Loch haben, in welchem täglich um die 224 Güterzüge verschwinden...


Nach langem Kampf und viel Überzeugungsarbeit durch die BISS-Hockenheim tut sich nun auch in Schwetzingen etwas in Sachen Bahnlärm-Bekämpfung. Die Gründung einer Bahnlärm-Initiative in Schwetzingen ist vollzogen und der frisch gewählte Vorstand kann seine Arbeit aufnehmen. Die BISS drückt die Daumen und sichert auch weiterhin ihre Unterstützung zu. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der bisherigen Berichterstattung.


Nun ist auch die zweite Phase der Lärmaktionsplanung des Eisenbahn-Bundesamts abgeschlossen. Nähere Informationen finden Sie hier.


Die BürgerInitiative Stille Schiene Hockenheim e.V. ist nun auch Mitglied in der "Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V." (BVS) . In der BVS haben sich bundesweit Bahnanlieger,  Bürgerinitiativen, Gemeinden und  andere Körperschaften zusammengeschlossen, um ihr gemeinsames Interesse an gesunden Wohnverhältnissen in der Nachbarschaft von Eisenbahntrassen zu verfolgen. Sie zählt aktuell bereits über 60 Mitglieder und ist eine vom Umweltbundesamt anerkannte Umweltvereinigung. Hier erhalten Sie weitergehende Informationen und hier kommen Sie direkt auf die Webseite der BVS.


Seit September 2016 gibt es das Verfahren zur Bürgerbeteiligung rund um die geplante Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, an dem auch Vertreter der Stadt Hockenheim sowie der BürgerInitiative Stille Schiene Hockenheim e.V. teilnehmen. Weitere Informationen erhalten Sie hier. Die in diesem Zusammenhang für die Stadt Mannheim im Rahmen der Planung der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim vorgesehene Knotenstudie wird nach einer Vereinbarung der IGBRN21 und dem Projektleiter der DB Netz AG nun auch zur Knotenstudie für Hockenheim und Schwetzingen. Im Rahmen einer sog. Knotenstudie ermittelt die Bahn normalerweise für große Bahn-Knotenpunkte, ob die dort vorhandenen Gleiskapazitäten für das in Zukunft zu erwartende Verkehrsaufkommen hinreichend sind. Ist dieses nicht der Fall werden weitere Infrastrukturinvestitionen erforderlich. Die Bahn ließ sich davon überzeugen, dass es mehr als peinlich wäre, wenn man in Mannheim alles für den täglichen Marsch von 500 Güterzügen durch die Innenstadt auslegt und wenige Jahre später der Verkehr zum Erliegen kommt, weil in Hockenheim, wie von anderen Bahnvertretern während der Anhörungsveranstaltung in der Stadthalle leider nur mäßig glaubwürdig ausgeführt, die Gleiskapazitäten bereits heute nahezu erschöpft sind. Hier hat sich übrigens ebenfalls eine interessante Veränderung vollzogen: Von Beginn des Beteiligungsverfahrens an wurden Wünsche und Vorschläge beteiligter Bürgerinitiativen, Verbände und Kommunen von der Bahn abgelehnt mit dem Hinweis, dass diese im BVWP2030 (Bundesverkehrswegeplan) nicht vorgesehen sein und deshalb vom Beteiligungsforum nicht behandelt werden dürften. Es wurden sogar Top-Juristen der Bahn eingeflogen, um den Beteiligten der Beteiligungsforums en Detail zu erklären, dass der BVWP zum Beispiel im Hinblick auf die zu wählende Trassenführung oder die Anzahl paralleler Gleise verbindliche Vorgaben mache. Nun gibt es ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags, welches zu einem ganz anderen Schluss kommt: "Bei dem BVWP handelt es sich um ein Regierungsprogramm, das die Verkehrsinfrastrukturpolitik der Bundesrepublik Deutschland für die nächsten Jahre festlegt. Formell-rechtliche Relevanz entfaltet es dabei nicht. Die konkrete Ausgestaltung des jeweiligen Verkehrsprojektes findet auf nachgeordneten Planungsstufen statt, die mit dem Planfeststellungsverfahren und einem – erst dann – verbindlichen Verkehrsinfrastrukturvorhaben enden. Die geographischen Angaben im BVWP sind demzufolge nicht bindend." Das komplette Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes finden Sie hier.



EBA macht Hockenheim zum neuen Zentrum der "Eisenbahnanenrepublik"


Das Eisenbahn-Bundesamt hat sich nun doch entschieden, den Planfeststellungsantrag der DB Netz AG zum Thema "Anpassung Schallschutz in Hockenheim" mehr oder weniger einfach durchzuwinken. Vom 18. September bis zum 1. Oktober 2018 wird der Beschluss im Hockenheimer Rathaus offengelegt, so dass alle (nicht nur die betroffenen) Bürger/innen sich selbst ein Bild vom Beschluss machen können. Wer sich den Weg ins Rathaus sparen möchte, kann den Beschluss auch hier nachlesen. Am 6. Februar 2013 wurde die Auslegung der Planunterlagen für das von der DB Netz AG beantragte Planfeststellungsverfahren bekannt gemacht, in dessen Rahmen die Deutsche Bahn sich gerne durch eine sehr preiswerte und in hohem Maße ineffiziente Baumaßnahme von ihren bereits im Jahr 1981 vertraglich vereinbarten Verpflichtungen in Sachen Schutz der Hockenheimer Bevölkerung vor Bahnlärm freikaufen wollte. Das führte damals nicht nur zur Gründung der BISS-Hockenheim e.V., sondern erzeugte auch einen breit angelegten Protest der Hockenheimer Bevölkerung gegen die vorgeschlagene Baumaßnahme. Fast 2.000 Protestunterschriften wurden geleistet, ebenso wurden aus der Bevölkerung und von Seiten der Stadtverwaltung fast 700 offizielle Einwendungen gegen das Bauvorhaben eingereicht. Durch den erheblichen Widerstand von Bevölkerung, Stadtverwaltung, Lokalpolitik und Bürgerinitiative wurden EBA und das Regierungspräsidium Karlsruhe dann im Jahr 2015 zur Durchführung einer Anhörung der betroffenen Einwender gezwungen. Diese fand dann am 30. Juni 2015 endlich statt (die komplette Dokumentation dazu steht hier) und beeindruckte die Vertreter des das Verfahren führenden Regierungspräsidiums offensichtlich doch so sehr, dass sie in einer für Bahn und EBA nahezu vernichtenden Stellungnahme erhebliche Zweifel an der Korrektheit und Durchführbarkeit des von der Bahn beantragten Verfahrens anmeldeten. Daraufhin benötigte das EBA weitere 38 Monate, um zu entscheiden, wie in diesem Planfeststellungsverfahren weiter verfahren werden sollte.



Ohne Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung geht alles schneller....


Diese Erkenntnis ist nicht neu. Schon die alten Griechen wussten, dass Demokratie Zeit kostet. Und auch heute verzichten "anständige" Diktatoren und Autokraten konsequent auf die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Planung und Umsetzung von Verkehrs- und Infrastruktur-Projekten (und leider nicht nur dort). In diesem Sinne hat unser Nachwuchs-Verkehrsminister Scheuer am 18. Juli dieses Planungsbeschleunigungsgesetz vom Bundeskabinett beschließen lassen. Das Gesetz ist ein Musterbeispiel für unzureichendes politisches Handwerk, denn im Rahmen der Vorbereitung des Gesetzes wurde darauf verzichtet, die bisherigen Infrastruktur-Großprojekte daraufhin zu analysieren, durch welche Umstände diese derart aus dem Zeit- und meistens auch aus dem geplanten Budget-Rahmen liefen. Stattdessen stürzt sich das Bundesministerium mit Verve auf das Thema Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung. Mit (verfassungs-) rechtlich höchst fragwürdigen Methoden wird nun versucht, die Rechte betroffener Bürger und Kommunen auszuhebeln und somit eine maximale Verkürzung des Verfahrensablaufs durch die Verkürzung von Einspruchsfristen, die Abschaffung von Anhörungen bis hin zur Beauftragung des Bundesverwaltungsgerichts mit der erst- und letztinstanzlichen Entscheidung bei juristischen Auseinandersetzungen bzw. Klageverfahren zu erreichen. Versteckt, sozusagen im Kleingedruckten, räumt das Gesetz auch gleich noch mit Teilen des Umweltrechts gehörig auf. Der Maßnahmenträger darf zukünftig mit der Baumaßnahme beginnen, auch wenn noch kein abschließendes Urteil vorliegt. Sollte der Maßnahmenträger letztlich doch keine Genehmigung für sein geplantes Bauwerk erhalten, muss er den ursprünglichen Zustand wieder herstellen. "Zu fällen einen schönen Baum, braucht 's eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk' es, ein Jahrhundert" möchte man in Erinnerung an Eugen Roth der Politik hier zurufen. Die Umweltverbände BUND und Nabu äußerten sich erwartungsgemäß sehr kritisch und erklärten, mit den geplanten Einschränkungen des Umweltrechts und den damit zu erwartenden Klagen dagegen würden Verfahren eher langsamer werden. Eine Beschleunigung könne nur erreicht werden, „wenn Umwelt- und Klimabelange von Beginn an berücksichtigt und in einem frühzeitigen und umfassenden partizipativen Beteiligungsprozess erörtert würden“.
Verfassungsrechtliche Bedenken gegen das Gesetz äußerte der Düsseldorfer Jurist Dr. Clemens Antweiler in einem Gutachten. Die Übertragung wesentlicher Zuständigkeiten im Planfeststellungsverfahren an einen privaten Projektmanager widerspreche der Vorgabe des Grundgesetzes, wonach die Ausübung hoheitlicher Befugnisse in der Regel Angehörigen des öffentlichen Dienstes zu übertragen sei.
Update vom 14.08.2018: Die Bundesregierung hat aufgrund der erheblichen Kritik der Umweltverbände den in einigen Punkten abgeschwächten Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich dem Bundesrat zugeleitet. Der neue §18g AEG, der allein bei Eisenbahnvorhaben den Verzicht auf eine Aktualisierung der Prognose ermöglicht, ist jedoch weiterhin Inhalt des Gesetzentwurfs. Diese neue Variante eines Schienenbonus kann dazu führen, dass der Schallschutz zu Lasten der Betroffenen um bis zu 2,1 dB(A) (gemäß Rundungsregeln der 16. BImschV) unterdimensioniert ist.


Mehr Details und Kommentare finden Sie in der folgenden Liste von Stellungnahmen zum Gesetzentwurf:

Bundesvereinigung gegen Schienenlärm

Ergebnisse der rechtlichen Prüfung des Entwurfs durch RA Dr. Clemens Antweiler von RWP-Rechtsanwälte

BUND

NABU

Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring




EBA veröffentlicht Lärmaktionsplan und schließt damit die Lärmaktionsplanung der Runde 3 ab


Auch die zweite Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Erstellung eines aktuellen Lärmaktionsplans des Eisenbahn-Bundesamts ist nun abgeschlossen. In der zweiten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung war es möglich, dem Eisenbahn-Bundesamt Feedback zu der im vergangenen Jahr gelaufenen ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung, dem bereits veröffentlichten Lärmaktionsplan Teil A und bereits vorhandenen Lärmminderungsmaßnahmen zu geben. Der Teil A des Lärmaktionsplanes ist im Internet über die Informations- und Beteiligungsplattform unter www.laermaktionsplanung-schiene.de oder direkt unter dem folgenden Link abrufbar: www.eba.bund.de/lap. Die Öffentlichkeitsbeteiligung fand in zwei zeitlich getrennten Phasen statt. Nachdem der Öffentlichkeit in der ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung die Gelegenheit gegeben wurde, die jeweils persönliche Lärmsituation zu schildern und in einer Karte zu verorten, bot das Eisenbahn-Bundesamt in der zweiten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung die Möglichkeit, das Verfahren selbst zu bewerten. Der daraus hervorgehende Lärmaktionsplan Teil B wird Mitte des Jahres 2018 veröffentlicht. Die Teile A und B ergeben zusammen den Lärmaktionsplan für die auf dem Gebiet der Bundesrepublik befindlichen Haupteisenbahnstrecken. Insgesamt sind in der ersten Phase, in deren Rahmen die Teilnehmer auf Basis von 12 Einzelfragen ihre persönliche Belastung durch den Personen- und Güterverkehr zum Ausdruck bringen konnten, ca. 38.000 Beteiligungen eingegangen, davon genau 326 Beteiligungen aus Hockenheim. Von den 326 Teilnehmern aus Hockenheim gaben 85% an, stark durch den in Hockenheim herrschenden Schienenlärm betroffen zu sein. Nahezu alle Hockenheimer Teilnehmer an der Befragung gaben an, durch die Fahrgeräusche des Schienenverkehrs betroffen zu sein. 53% der Teilnehmer leider darüber hinaus durch die vom Schienenverkehr verursachten Bremsgeräusche und 59% gaben an, zudem durch das sog. Kurvenquietschen besonders beeinträchtig zu werden. 92% oder 301 Teilnehmer aus Hockenheim gaben an, dass sie sich durch den nächtlichen Bahnlärm und somit primär durch die Auswirkungen des starken Güterverkehrs besonders beeinträchtigt fühlen. Dass sie die Bahngeräusche insbesondere beim Ein- und/oder Durchschlafen behindern würden, stellten ebenfalls über 90% der Hockenheimer Beteiligten heraus. Besonderes Potenzial zur Verbesserung an der aktuellen Lärmsituation sehen gut 30% der Teilnehmer durch Verbesserungen an der Fahrzeugtechnik, 63% der Befragten gehen davon aus, dass zusätzlich nur Verbesserungen an der Strecke selbst, z.B. durch den Aus- oder Neubau von Lärmschutzwänden, ihre der Bahnlärmsituation in Hockenheim geschuldete Betroffenheit positiv verändern kann. Obwohl aus Hockenheims eigenem Lärmaktionsplan deutlich hervorgeht, dass viele Bürgerinnen und Bürger auch unter anderen Lärmemissionsquellen, wie z.B. dem Autoverkehr, zu leiden haben, betrachteten im Rahmen der ersten Phase des EBA-Lärmaktionsplans 293 von 326 Teilnehmern aus Hockenheim den Schienenverkehrslärm als das vordringlichste Lärmproblem in Hockenheim. Nur 6% der Befragten gaben zudem an, dass Güterzüge im Fahrbetrieb durch technische Maßnahmen am Zug in den letzten Jahren spürbar leiser geworden sind.

Alle relevanten Informationen zum Lärmaktionsplan des EBA finden Sie hier.



BISS-Hockenheim tritt der Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V. bei

Wie die Bürgerinitiative Stille Schiene Hockenheim e.V. mitteilt, ist sie kürzlich der „Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V.“ (BVS) beigetreten. In der BVS haben sich bundesweit Bahnanlieger,  Bürgerinitiativen, Gemeinden und  andere Körperschaften zusammengeschlossen, um ihr gemeinsames Interesse an gesunden Wohnverhältnissen in der Nachbarschaft von Eisenbahntrassen zu verfolgen. Sie zählt aktuell bereits über 60 Mitglieder und ist eine vom Umweltbundesamt anerkannte Umweltvereinigung. Ihr steht somit ein Klagerecht nach dem Umwelt-Rechtsberatungsgesetz gegen ausgewählte umweltrelevante Planungsentscheidungen zu. Aktuell wird dieser Rechtsstatus für die Einbringung einer Verfassungsbeschwerde genutzt, da der Gesetzgeber seiner nach Art. 2 Abs. 1 des Grundgesetzes bestehenden Pflicht zum Schutz der Gesundheit auch der Bahnanlieger offensichtlich nicht nachzukommen gedenkt. Nachdem die vom Schienenverkehrslärm ausgehenden Gesundheitsgefahren inzwischen durch zahlreiche in- und ausländische Gutachten wissenschaftlich eindeutig bewiesen sind, fordert die BVS alle politischen Parteien, die Bundesländer und vor allem die künftige Bundesregierung auf, unverzüglich der Erkenntnislage Rechnung zu tragen und in eine Koalitionsvereinbarung umzusetzen. Möglichst schnell sollte deshalb der Zielwert der WHO von 40 dB(A) nachts als Lärmgrenzwert auch in Deutschland gesetzlich verankert werden. Ebenso setzt sich die BVS dafür ein, dass ein Anspruch auf Lärmvorsorge bei jeder Art baulicher oder signaltechnischer Ertüchtigung einer Strecke und der „übergesetzliche Lärmschutz“ gemäß dem TEN-T-Beschluss des Bundestags gesetzlich normiert werden. Nähere Informationen über die BVS finden Interessierte unter www.bvschiene.de.





Das Bürgerbeteiligungsverfahren zur Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim


Die Planungen der ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse Frankfurt-Mannheim wurden nach einem Planungsstopp in 2004 wieder aufgenommen und sind nun Teil des Projektes „Korridor Mittelrhein – Zielnetz I“ im Bundesverkehrswegeplan. Die Deutsche Bahn teilt dieses Projekt aktuell in einen nördlichen und südlichen Teil auf, die zeitlich versetzt bearbeitet werden sollen. Für den ersten und nördlichen Teil (Frankfurt bis Mannheim) wurde im Rahmen einer frühen Bürgerbeteiligung im Dezember 2016 von den Verkehrsministerien Baden-Württemberg und Hessen  zum so genannten „Beteiligungsforum Rhein/Main-Rhein/Neckar“ eingeladen, welches von der DB Netz AG geführt werden soll. Politische Vertreter der Region, Bürgerinitiativen und Verbände, darunter auch der Verband Region Rhein-Neckar (VRRN) und die Industrie- und Handelskammer (IHK), nehmen daran teil. Die fünf Arbeitsgruppen des Forums zu den Themen „Lärmentwicklung an Bestandsstrecken“, „Verkehrskonzept“ sowie zu drei regionalen Streckenabschnitten haben seit letztem Jahr getagt. Die Planungen dienen unter anderem dem Ausbau der transeuropäischen Güterzugtrasse Rotterdam-Genua, der in einem Staatsvertrag geregelt ist. Unsere Nachbarn in den Niederlanden und in der Schweiz sind ihrem Teil der vertraglichen Verpflichtungen schon nachgekommen.Die ICE -Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt- Mannheim und ein Ausbau des Knotens Mannheim soll das Nadelöhr der Transversalen beheben, allerdings durch die Bereitstellung weiterer Güterzugkapazitäten auf den Bestandsstrecken. Das „Zielnetz I“ umfasst außerhalb des Beteiligungsforums weiterhin eine Güterzugtrasse südlich von Mannheim autobahnparallel und mit Tunnellösung in Karlsruhe, sowie die Ertüchtigung einer wenig genutzten Strecke nördlich von und durch Frankfurt als Umfahrung für einen Teil der Güterzüge des Mittelrheintals. Zuvor wurde im Jahr 2002 durch die ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse Köln-Frankfurt im Mittelrheintal Kapazität für Güterzüge geschaffen, mit den bekannten negativen Folgen für die Lebensqualität der Anwohner. Hingegen wurde im Oberrheintal zwischen Rastatt und Basel nach jahrelangen Protesten auf den Bau einer Güterzugtrasse durch die Ortschaften verzichtet. Stattdessen hat der Deutsche Bundestag 2016 für eine ortsferne Trassenführung an der A5 und eine Tunnellösung in Offenburg Finanzmittel über das gesetzliche Maß hinaus bereitgestellt. In Rastatt wird ein Tunnel gebaut und für Freiburg eine Güterzugumfahrung. Anfang dieses Jahres wurde diese Vorgehensweise zur Finanzierung zusätzlicher Maßnahmen für transeuropäische Neubaustrecken durch eine „Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung“ (BUV) gesetzlich konkretisiert. Damit wird konkret und rechtzeitig die Möglichkeit verbessert, in der Phase der frühen Bürgerbeteiligung Lärmschutzbelange zu berücksichtigen und damit die Lebens- und Wohnqualität der Anlieger zu verbessern. Kommentar der regionalen "Interessengemeinschaft Bahnregion Rhein-Neckar 21" (IG BRN 21): Die Zahl der im Projektbereich wohnenden Personen, die heute schon vom Bahnlärm betroffen sind, übersteigt eine halbe Million. Prognosen halten eine Verdoppelung des Güterzugverkehrs in den kommenden 20 Jahren für wahrscheinlich.Um zusätzliche Mittel für nachhaltige Lärmschutzlösungen vom Bundestag genehmigt zu bekommen, ist eine konzertierte Aktion aller regionalen Akteure zielführend. Nur so kann langfristig erheblicher und irreparabler Schaden u.a. für das betroffene Wohneigentum vermieden werden.
Weitere Informationen zu dem Beteiligungsforum finden Sie auf der entsprechenden Webseite.




BISS und die Interessengemeinschaft Bahnregion Rhein-Neckar -  IGBRN21


Seit gut einem Jahr ist unsere Bürgerinitiative an der IGBRN21 beteiligt. Zwar ist die Arbeit für den BISS-Vorstand durch das Zusammengehen mit anderen Bahnlärm-Bürgerinitiativen nicht weniger geworden. Aber die gute und fruchtbare Zusammenarbeit sowie der eine oder andere Teilerfolg entschädigen für die Mühe. Nachdem die Bahn zunächst alles daran setzte, keine südlich Mannheims gelegenen Gemeinden oder Bürgerinitiativen zuzulassen, sitzen BISS und Vertreter der Hockenheimer Stadtverwaltung jetzt selbstverständlich mit am Tisch, wenn das Beteiligungsform für die Neubaustrecke Frankfurt-Karlsruhe oder eine seiner Arbeitsgruppe tagen. Ein weiterer Meilenstein war das Zugeständnis der für die Neubaustrecke zuständigen Projektleitung, dass auch der "Knoten Hockenheim" im Rahmen der Knotenstudie Mannheim nochmals mit untersucht werden soll. Wir fühlen uns da ein wenig wie in der Pharmaforschung. Mit jeder neuen Studie geht die Hoffnung einher, dass sie vielleicht doch eine minimale, aber statistisch relevante Wirksamkeit eines neuen Medikaments nachweist. Unsere Hoffnung ist, dass irgendein Bahngutachter vielleicht doch irgendwann mal so rechnet, dass das Berechnungsergebnis näher an unser durch den Bahnlärm verursachtes Schmerzgefühl herankommt. Nähere Informationen zur IGBRN21 erhalten Sie hier.


BISS hat da mal nachgemessen...

Wir haben uns ein hochwertiges Lärm-Messgerät zugelegt und versucht, damit etwas mehr Licht in die Hockenheimer Bahnlärm-Realität zu bringen. Nach 850.000 Einzelmessungen sind wir uns sehr sicher, dass die von der Bahn (schön-) gerechnete Schallwelt nur recht wenig mit der von Hockenheimer Bürgerinnen und Bürgern erlebten Lärmrealität zu tun hat. Wenn Sie auf die Folie klicken, erfahren Sie mehr...

 
 
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